Die Rabenkrähe - Corvus corone corone

 

In städtischen Parks und auf Grünflächen ist die Rabenkrähe inzwischen zu einem alltäglichen Bild geworden. Auf Grund ihrer ganzjährigen Präsenz im öffentlichen Raum und der geringen Fluchtdistanz bietet sie sich als  Beobachtungsobjekt für kleine und große Naturfreunde an. Leider ist im Allgemeinen viel zu wenig über diese intelligenten und sozialen Vögel bekannt. Vielfach - und völlig unberechtigt - wird ihnen mit Ablehnung begegnet. Kaum ein anderer Singvogel hat mit so vielen Vorurteilen zu kämpfen, wie die Rabenkrähe.

Rabenkrähe (c)Heufelder
Rabenkrähe (c)Heufelder

Rabenkrähen...

... sind die westliche Unterart der Aaskrähe; nordöstlich der Elbe trifft man häufiger auf die Nebelkrähe.

... können bis zu 15 Jahre alt werden und brüten mit etwa 4 Jahren das erste Mal.

... sind wichtige Nistplatzbereiter für Arten, die selbst keine Nester bauen, zum Beispiel für den Baumfalken und die Waldohreule.

... gehören wie alle Rabenvögel zu den Singvögeln. Wer einmal die Gelegenheit hatte, im Frühjahr den abwechslungsreichen Gesang eines Brutpaares am Nest zu hören, der wird überrascht sein, über die vielfältigen Laute, die diese Tier hervorbringen können.

... sind intelligente und soziale Tiere von großer Anpassungs- und Lernfähigkeit.

 

 

Erkennungsmerkmale der Rabenkrähe

  • Gefieder je nach Lichteinfall mit bläulichem Schimmer
  • dunkler, befiederten Schnabelgrund
  • anliegende Schenkelbefiederung
  • Juvenile Saatkrähen sehen der Rabenkrähe sehr ähnlich. Die Rabenkrähe weist jedoch einen dunkleren, stumpfen Schnabel auf, der an der Spitze deutlich abwärts gebogen ist. Sie zeigt eine flache Stirn und geringfügig kürzere Flügel.
  • Vom Kolkraben unterscheidet sich die Rabenkrähe vor allem durch ihre geringere Größe. Sie besitzt außerdem ein gerundetes, nicht keilförmiges Schwanzende, sowie kürzere, im Flug breiter wirkende Flügel.

 

 

Biologie und Verhalten

  • Wie alle Rabenvögel zeichnet sich auch die Rabenkrähe durch eine hohe Intelligenz und ein ausgeprägtes Sozialverhalten aus.
  • Zur Brutzeit besetzt jedes Paar ein Revier, das vehement gegen Artgenossen verteidigt wird.
  • Nicht-brütende Tiere schließen sich zu Trupps zusammen, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen.
  • Die Jungvögel werden auch nach Verlassen des Nests weiter versorgt.
  • Im Winter sammeln sich die Krähen an bestimmten Orten und fliegen dann gemeinsame Schlafplätze an.

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Der Bestand der Rabenkrähe

  • Der Bestand der Rabenkrähe gilt europaweit als stabil und gesichert.
  • In jüngster Zeit hat eine Verschiebung des Lebensraumes stattgefunden; die Rabenkrähe wandert vom ländlichen Raum in Siedlungsgebiete ab.
  • Eine starke Zunahme des Bestands konnte nicht nachgewiesen werden.

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Konflikte und Vorurteile

Leider wird der Rabenkrähe häufig mit Ablehnung und Vorurteilen begegnet.

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass die Rabenkrähe durch gelegentliche Nestprädation zum Aussterben ganzer Singvogelpopulationen beiträgt. Dies ist nachweislich nicht der Fall. Der Rückgang bestimmter Singvogelarten muss viel mehr auf eine zunehmende Verarmung der jeweiligen Habitate zurückgeführt werden.

 

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Auskunft und Hilfe:

Matthias Luy
Landesbund für Vogelschutz
Kuglmüllerstraße 6
80638 München
Tel. 089/219 64 30 50

Email: m-luy@lbv.de
Internet: www.lbv.de

 

Spendenkonto:

Stadtsparkasse München
Nr. 100-113 562
BLZ 701 500 00

 

 

 

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