Die LBV-Wildkräuter-Tipps

März bis Oktober: Wiesen-Salbei

LBV Bildarchiv: Dr. Eberhard Pfeuffer
LBV Bildarchiv: Dr. Eberhard Pfeuffer

Der Wiesensalbei wächst etwa von März bis Oktober und blüht von Mitte Mai bis in den August. Er wird 30 bis 60 cm hoch, wächst auf Wiesen und an Wegrändern. Essbar sind Stängel, Blätter und Triebspitzen, sowie die Blüten. Vor allem langrüsselige Insekten wie Schmetterlinge profitieren vom Wiesen-Salbei, da sich der Nektar tief im Inneren der Blüten befindet.

 

 Die Hauptinhaltsstoffe des Wiesensalbeis sind ätherische Öle, Gerbstoffe und Flavanoide. Er hat eine schweißhemmende Wirkung, zudem wird er bei Erkältungen eingesetzt, da er antibakteriell und entzündungshemmend wirkt.


April: Löwenzahn, gesund und vielseitig

Die leuchtend gelben Löwenzahnwiesen sehen wunderschön aus, doch sind sie durch einen hohen Stickstoffgehalt gekennzeichnet, der für ein sehr armes Pflanzenvorkommen sorgt. Seltene Pflanzen brauchen magere Böden. Dennoch dient der Löwenzahn als wichtige Nahrung für Wildbienen, Schwebfliegen und andere Insekten.

 

Löwenzahn wird aufgrund von Inhaltsstoffen wie Cholin, Inulin, Flavanoiden, Vitamin A und C sowie Bitterstoffen als Heilpflanze verwendet, da er entgiftend wirkt. Er kurbelt die Stoffwechselprozesse an, und wirkt anregend für die Tätigkeit von Galle, Leber, Hormondrüsen, Magen, Bauchspeicheldrüse und Niere. Er wirkt stark harntreibend und ist auch als Frühjahrskur geeignet. (Blutreinigungs-Kur: Man esse 3 Wochen lang täglich eine Handvoll Löwenzahnblätter -etwa 30-40 Exemplare. Das wirkt ähnlich blutreinigend, wie eine entsprechende Kur mit den Blättern des Bärlauchs oder der Brennnessel.)

 

Seine Erntezeit ist April bis Mitte Mai, die Wurzeln werden im Herbst bzw. Winter geerntet. Alle Pflanzenteile sind essbar (bei richtiger Zubereitung). Bei häufigem Kontakt mit dem Löwenzahn-Milchsaft können bei einigen Menschen allerdings allergische Reaktionen hervorgerufen werden. Wie vielseitig der Löwenzahn sich verwenden lässt zeigen die folgenden Rezepte:

 

Löwenzahn in Weinteig ausgebacken

Zutaten: 

  • Eier
  • Vollkornmehl
  • Weißwein (ersatzweise Milch)
  • Etwas Salz
  • Gewaschene, junge Löwenzahnblätter

Aus den oberen Zutaten einen dünnen Teig zubereiten, dann die Löwenzahnblätter eintauchen, ein wenig abtropfen lassen und in schwimmendem Öl ausbacken, bis sich der Teig goldbraun färbt. Dann mit Löwenzahn-Blütensirup beträufeln und servieren. Oder die herzhafte Variante: aus Essig, Öl, Salz, Pfeffer und Senf eine Marinade rühren und diese anstatt des Sirups über die ausgebackenen Blätter geben.  

 

 

Löwenzahn-Likör

Zutaten:

  • 40 bis 50 Löwenzahnblüten ohne Stiele und Kelchblätter
  • 1 Liter Korn
  • 500 Gramm brauner Kandiszucker

Die Löwenzahnblüten waschen, abtropfen lassen und mit den anderen Zutaten vermischt in Flaschen füllen. Mindestens 4 Wochen lang an einem warmen und dunklen Ort ziehen lassen.  Absieben oder auch die Blüten einfach in der Flasche lassen. Dieser Verdauungsschnaps erhält durch den Kandis im Geschmack eine deutlich mildere Note und wird dadurch zum Likör. Verzichtet man auf den Kandis, ist die verdauungsfördernde Wirkung stärker.  

 

Tipp: Flaschen und Verschlüsse vor dem Befüllen so heiß wie möglich säubern.

 

 

April, Mai und Juni: Giersch - der Ausdauernde

Giersch verkündet ab Anfang April den Frühling, denn wenn die grünen Gierschteppiche austreiben, ist der Frühling angekommen.  Er wächst an Hecken- und Waldrändern und auch in Gärten unter Büschen und Sträuchern. Da er sich auch über seine Wurzelausläufer vermehrt, ist er nur schwer von seinem Standort zu vertreiben.  

 

Das ist gut so, denn Giersch ist gesund. Er enthält viele Vitamine und Mineralstoffe, als Heilpflanze wurde er früher insbesondere bei Gicht empfohlen. In der Volksmedizin wurde er aber auch als Mittel gegen Krampfadern, Husten, Wurmbefall, Zahnschmerzen, Rheuma oder Verstopfung angewendet. Seine Blätter kann man von März bis Mai ernten, den frischen Austrieb nach dem Mähen auch später im Jahr noch. Junge, noch gefaltete Blätter sind sehr zart im Geschmack, kräftige, ältere Blätter schmecken herb nach Möhre und Petersilie. Seine Blüten lassen sich als essbare Dekoration für Salate oder auf einem Buffett verwenden. 

 

Giersch lässt sich an einer Besonderheit leicht erkennen, denn er hat dreieckige Stängel. Nimmt man diese zwischen zwei Finger, spürt man gleich die drei Seiten. Überhaupt spielt die 3 eine besondere Rolle, denn Giersch treibt immer drei Blätter, die sich in drei kleinere Blätter unterteilen.  

 

Merksatz: „Mit 3x3 ist Giersch dabei“ 

 

Giersch Pesto:

Zutaten:

  • ca. 100g Giersch Blätter
  • 1 Knoblauchzehe
  • 80g Pinienkerne oder geschälte Mandeln/ Sonnenblumenkerne etc.
  • 50g Parmesan / Bergkäse
  • Olivenöl
  • Pfeffer & Salz
  • Ggfs. ein wenig abgeriebene Zitronenschale 

Blätter waschen, trockentupfen, klein schneiden, alle Zutaten in einen Mixer geben, so viel Öl dazu geben, bis eine geschmeidige Kräuterpaste entstanden ist. Salz sparsam dosieren. 

Giersch-Limonade:

Zutaten:

  • 12 junge Giersch Blätter
  • 1 Stängel Pfefferminze
  • 1l Apfelsaft
  • Saft einer Zitrone bzw. Zitronenscheiben
  • Mineralwasser zum Auffüllen 

An heißen Sommertagen kann man mit Gierschblättern eine herbe Limonade herstellen. Dazu einfach die Blätter waschen, ein bisschen andrücken, mit Apfelsaft übergießen und einige Stunden kühl stellen. Zitronensaft und Scheiben und das Mineralwasser dazu geben und genießen. 

 

 

 

Mai: Brennnessel - die Vielseitige

Brennnesseln wachsen an Waldrändern, Böschungen oder auch in verwilderten Gärten. Als Stickstoffanzeiger sind sie ein Anzeichen für nährstoffreichen Boden. Verschiedene Schmetterlingsarten sind auf Brennnesseln angewiesen. Die Raupen vom Tagpfauenauge, vom kleinen Fuchs, Admiral oder Landkärtchen ernähren sich von Brennnesselblättern. In stillen Ecken in Gärten und an Böschungen, die nicht gemäht werden, können sich die Raupen entwickeln und verpuppen. Ab Juli kann man dann die frisch geschlüpften Schmetterlinge bewundern.

 

 

Die Brennnessel ist ein gesundheitsförderliches Wildkraut, neben vielen Vitaminen, insbesondere Vitamin C und Provitamin A, enthält sie auch Mineralstoffe, sie ist reich an Eisen und Calcium. Sie wirkt entgiftend, blutreinigend und harntreibend. Deshalb wird sie gerne bei Frühjahrskuren, bei  Erschöpfung oder Verdauungsbeschwerden empfohlen. Man kann die jungen Triebe im Frühjahr ganz verwenden, später nimmt man nur noch die oberen Triebspitzen. Von Juni an kann man auch die Samen von Brennnesseln ernten, diese haben einen feinen nussigen Geschmack. Doch Achtung!! Die Brennnessel hat Brennhaare, die einem den Saft der Brennnessel unter die Haut stechen. Das juckt in den meisten Fällen fürchterlich, also nach Möglichkeit Handschuhe anziehen. 

Brennnesseln kann man roh, gekocht, gebraten oder auch getrocknet verwenden. Wie Spinat kann man sie als Gemüse, in Aufläufen oder auch als Belag für Quiche oder Pizza verwenden. Frische Blüten oder Samen kann man über den Salat streuen, in Kräuterquark oder Müsli unterrühren. Als Tee kann man sie in vielen Geschäften käuflich erwerben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwei einfache Rezepte für den Einstieg:

 

 

Brennnessel-Butter:

Zutaten:

  • 1 Handvoll junge Blätter
  • 100g Butter (zimmerwarm lässt sie sich gut verarbeiten)
  • ½ TL Senf
  • Salz und Pfeffer
  • ggfs. 1 kleine Knoblauchzehe fein gehackt (wenn man es noch etwas herzhafter möchte)

 

 

Brennnesselblätter waschen, trocken tupfen und feingehackt mit den restlichen Zutaten vermengen. Schmeckt wunderbar auf frischem Brot.

Brennnessel-Chips:

Zutaten:

  • Junge Brennnesselblätter
  • Öl zum Ausbacken
  • Salz

 

Brennnesselblätter waschen, trocken tupfen und in einer Pfanne mit Öl ausbacken. Dabei die Blätter häufig wenden, auf einem Küchenkrepp oder Metallrost abtropfen lassen und salzen. Pur oder über Salate, Suppe oder andere Speisen gestreut genießen.

 

 

Mai bis September: Spitzwegerich

Der Spitzwegerich blüht von Mai bis September und man findet ihn fast überall. Man kann ihn das ganze Jahr über ernten, essbar sind Wurzeln, Blätter, Blüten und Samen, er ist roh verzehrbar. Er enthält unter anderem Kalium, Kieselsäure und die Vitamine B und C.

Der Spitzwegerich wird zwischen 5 und 60 cm groß, die ca. 10 bis 20 cm langen, spitz zulaufenden Blätter lassen sich eindeutig an ihren fünf bis sieben paralell zueinander verlaufenden Blattrippen erkennen.

 

Spitzwegerich hat eine sehr gute Heilwirkung auf Atemwege und Mundschleimhaut sowie bei Hautentzündungen, z.B. Insektenstichen oder Reizungen durch Brennesseln. Spitzwegerich wirkt unter anderem antibakteriell, desinfizierend und entzündungshemmend.

 

Bei Insektenstichen und Wunden wird ein Spitzwegerichblatt einfach zerkaut und auf die Wunde gedrückt.

Spitzwegerich Brotaufstrich mit Käse

Zutaten:

  • ca. 10 Blätter und Blütenknospen vom Spitzwegerich
  • 100g würzigen geriebenen Käse (Bergkäse, Parmesan, o.ä.)
  • 100g weiche Butter
  • etwas Olivenöl
  • Pfeffer, Salz, 

Blätter und Blütenköpfe fein hacken, mit geriebenem Käse und den restlichen Zutaten zu einem weichen Brotaufstrich verrühren